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Geschichte des Schwimmerbund Delphin 03 Augsburg |
Verfasser: Uwe Fiebrich
1903: Das erste schwäbische Hallenbad am 1. März am Fuße des Schmiedbergs in Augsburg wird eröffnet. Zur Einweihung findet eine Schwimmvorführung von Mitgliedern des Turnvereins Augsburg von 1847 statt. Das Programm umfasste Vorführungen aus dem Schwimmunterricht, zeigte die verschiedenen Schwimmarten und wurde ergänzt durch Kunstspringen, Gruppensprünge sowie Tauch- und Rettungsübungen.
Am 5. April schließt sich die aus etwa 30 Männern bestehende Schwimmerriege des TV 1847 Augsburg nach einem Vergleichskampf mit dem SV 1899 München dem DSV als erste organisierte Vereinigung von Schwimmsportlern in Schwaben an. Erster Vorsitzender ist der Stadtverordnete Josef Georg Grotz.
1906: Erste Überquerung des Ammersees von St. Alban nach Wartaweil und von Schondorf nach Breitbrunn.
1907: Überquerung des Ammersees von Utting nach Herrsching durch Rudolf Köhler und Hans Hoffmann.
1908: Ida von Hartlieb gründet mit Gleichgesinnten im Mai den Damenschwimmverein Augsburg und lehrt als Erste das Figurenlegen und Reigenschwimmen. Mit Trainer Fritz Payer etablieren sich die Sportschwimmerinnen bald in der Deutschen Spitze.
1911: Einige unzufriedene Vereinsmitglieder gründen den Schwimmverein Augsburg. Die Sportmannschaft erfährt einen großen Aderlass, der aber schon bald überwunden werden kann.
1921: Der Damenschwimmverein Augsburg schließt sich der Schwimmerriege des TVA 1847 an, die sich aus diesem Anlass in Schwimmerbund des TV Augsburg 1847 umbenennt.
1924: Die Trennung von Turnen und Schwimmen führt zur Abspaltung des Schwimmclubs Delphin Augsburg. Einige Wenige, wie z.B. Hans Lein und Edmund Lippert, halten den Schwimmerbund jedoch am Leben.
1933: Machtergreifung der NSDAP. Die jüdischen Mitglieder, wie z.B. Vorsitzender Adam Brod, verlassen den Verein.
1934: Der SC Delphin Augsburg kehrt nach Beendigung des ideellen Streits zwischen Turnern und Schwimmern in seinen Stammverein zurück, der sich aus diesem Anlass in Schwimmerbund Delphin im TV Augsburg 1847 umbenennt. Georg Fallenbacher wird erster, Edmund Lippert zweiter Vorsitzender. Es werden in allen Bereichen des Schwimmsports, also Wettkampfschwimmen, Springen, Wasserball und Figurenlegen, Wettkämpfe bestritten. Besonders leistungsstark waren die Großstaffeln.
1939: Der 2. Weltkrieg beginnt, der Schwimmsport kommt langsam zum Erliegen.
1941: Die Augsburger Schwimmvereine fusionieren auf Druck der Parteileitung und bilden innerhalb des TSV Schwaben 1847 einen Großverein, der im Schwimmsport in der Deutschen Spitze schwimmt
1945: Kriegsende. Vereine sind verboten, einige der besten Schwimmer sind gefallen oder noch in Gefangenschaft. Im Herbst treffen sich einige Schwimmer zur Besprechung über die Wiederbelebung des Schwimmsports.
1946: Nachdem die Männerschwimmhalle des Augsburger Stadtbades von der amerikanischen Militärverwaltung nach monatelangen Verhandlungen für zwei Übungsabende zur Verfügung gestellt wird, beschließen am 23. Mai etwa 60 Mitglieder der früheren Schwimmabteilungen der Turngemeinde Augsburg und des TSV Schwaben 1847 die Neugründung des Schwimmclubs Augsburg. Erster Vorsitzender wird Alois Riedl, sein Stellvertreter Andreas Miehle. In wenigen Wochen zählt der SC Augsburg über 400 Mitglieder.
Da an geregelten Schwimmsport noch nicht zu denken ist, wird zunächst eine Tischtennisabteilung gegründet, die mehr oder weniger erfolgreich ist.
1947: Als erster Deutscher Verein startet der SC Augsburg in Österreich (Vorarlberg). Der SV Augsburg beschließt seine Wiedergründung, was natürlich zur Abwanderung ehemaliger Mitglieder führt.
1948: Das Sportbad kann wieder uneingeschränkt benutzt werden
1949: Im Juni beschließen die verbliebenen Mitglieder des SC Augsburg, die Bezeichnung Schwimmerbund Delphin 03 Augsburg anzunehmen, nun jedoch nicht mehr als eine Unterabteilung des TV Augsburg 1847 oder des TSV Schwaben 1847, die ihren Übungsbetrieb noch nicht aufgenommen hatten. Dabei blieb es bis heute
1950: Interne Zwistigkeiten führen zur Abwanderung von Schwimmern zum SVA. Ernst Seez jun. kehrt aus der Kriegsgefangenschaft zurück und baut eine schlagkräftige Wettkampfmannschaft auf.
1953: 50-Jahr-Feier des Vereins. Von den Gründungsmitgliedern leben noch Emil Grotz, Jakob Geislinger und Lorenz Hummel.
1954: Der Schwimmerbund führt den Länderkampf Dänemark – Deutschland durch. Etwa die Hälfte aller Amtsträger im Schwimmbezirk Schwaben gehören dem SBD an.
1955: Überraschender Tod des Vorsitzenden Josef Mareis mit nur 45 Jahren, Dr. Richard Schuh tritt seine Nachfolge an.
1958: Besuch einer Delegation aus Karlskrona (Schweden). Die Kontakte bestehen heute noch.
1959: Augsburg erhält als erste schwäbische Kommune ein 25-Meter-Hallenbad
1961: Gegenbesuch in Schweden
1962: Ernst Seez wird zum ersten Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Otto Böhm. August Hosp bleibt Hauptkassier. Die Vorstandschaft bleibt bis 1979 im Amt.
1964: Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Kunst- und Synchronschwimmen. Die Augsburgerinnen sind drittstärkste Kraft in Deutschland
1965: Birgit Ferge und Brigitte Bartholomä treten vor dem Schah von Persien auf.
1970: Auf Initiative des Franzosen Raymond Testard (Ehrenmitglied) wird die Vereinspartnerschaft zwischen dem Schwimmerbund und dem Bourges Athlétic Club (jetzt ACB) besiegelt.
1978: 75-Jahr-Feier
1979: Ernst Seez und mit ihm einige andere verdiente Funktionäre treten altersbedingt ab. Neuer Vorstand wird Otto Böhm, sein Stellvertreter und Sportleiter Johannes Oberstein.
1980: Sportlicher Höhepunkt in der Vereinsgeschichte: Aufstieg der Wasserballer in die Regionalliga, die Damenmannschaft des SB Delphin wird Zweite in der Bayernliga, Peter von Wurm gewinnt die Bayerische Meisterschaft im Kunstspringen, Claudia Funk und Angelika Schimunek werden Deutsche Jugend-Vizemeisterinnen im Duett.
Der Verein erhält das ehemalige Pförtnerhaus der Spinnerei Dierig zur Nutzung.
Begegnung mit dem schwedischen Königspaar anlässlich des 300-jährigen Bestehens der Stadt Karlskrona (zugleich 80-jähriges Bestehen des Karlskrona Simsällskap)
1982: Plötzlicher Tod
des 2. Vorsitzenden und Sportleiters Johannes Oberstein. Sein Schwiegersohn
Georg Reich übernimmt die sportliche Leitung.
1987: Simon Kürzinger wird Vorsitzender, Alexander Gnann wird 2. Vorsitzender und Ernst Klemm wird Sportleiter.
1991: Auflösung der Wasserballabteilung, Ulrike und August Zahler übernehmen die Leitung der Anfängerschwimmkurse von Rosemarie und Manfred Baur.
1993: Wahl von Alexander Gnann zum 1. Vorsitzenden, Robert Schenk wird 2. Vorsitzender.
1995: Der SB Delphin im sportlichen Tief, Jutta und Georg Reich bauen Nachwuchsmannschaft auf. Jutta Reich wird Sportleiterin.
1997: Die Mitgliederversammlung beruft Robert Schenk und Gerhard Schattleitner in das Vorstandsamt, Jutta Reich wird Sportleiterin, Peter Donat bleibt Schatzmeister.
1998: Die Mitgliederversammlung beschließt eine grundlegende Neufassung der Vereinssatzung. Erste Jugendvertretung.
2003: 100-Jahrfeier zusammen mit unseren ausländischen Freunden aus Bourges und Karlskrona. Schauschwimmen anlässlich der 100-Jahrfeier des Stadtbades am Schmidberg.
2005: Jutta Reich übernimmt das Vorstandsamt, ihr zur Seite steht Raimond Schenke. Die sportliche Leitung liegt in den Händen von Armin Baur. Schatzmeister bleibt Peter Donat. Ulrike Reich übernimmt die Leitung der Anfängerschwimmkurse.
2006: 100 Jahre Ammerseeüberquerung. Die geplanten Aktivitäten fallen jedoch der kühlen und regnerischen Witterung zum Opfer. Bei der Masters-WM in San Franzisco werden die Synchronschwimmerinnen des SB Delphin beste Deutsche Teilnehmer. Start des Präventionsangebotes "Aqua In"
2007: Die Mitgliederversammlung ernennt Dietmar Fladerer zum Ehrenmitglied
2008: Bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Schwimmer gelingt dem Frauenteam nach Jahren der Wiederaufstieg in die Landesliga, in der sich auch die Männermannschaft befindet.
2009: Zäsur in der Vereinsführung. Jutta Reich übergibt an Raimond Schenke, zu dessen Stellvertreterin Angelika Lang gewählt wird. Nach 30 Jahren beendet Uwe Fiebrich seine Schriftführertätigkeit, um in das Amt des Schatzmeisters zu wechseln. Armin Baur bleibt Sportleiter. Der bisherige Schatzmeister Peter Donat wird Ehrenmitglied, ebenso der ehemalige langjährige Vorsitzende Robert Schenk.
In Bourges stirbt Ehrenmitglied Raymond Testard 87jährig, in Augsburg Ehrenmitglied Pius Bühler mit 94. Synchronschwimmen und Wasserspringen dienen als Motive für den Augsburger Sportfotografen Eckhart Matthäus.
Bei den Deutschen Masters der Synchronschwimmerinnen gewinnt das Trio Carolin Erwin, Karin Mattmann und Claudia Maier sowie Carolin Erwin im Solo Gold.
2010: 40 Jahre Schwimmerfreundschaft Augsburg - Bourges
wird in Frankreich gefeiert.
Der Verein erhält als Ersatz für das bisherige Vereinsheim eine
Etage im Kassengebäude des Familienbades zur Nutzung.
Die Vereinsgeschichte als pdf-Datei.